WM-Rückblick unserer Sportakrobaten

Erstellt von KB Turnen & Sportakrobatik 22.03.2022

Fazit von Katharina Bräunlich

Mit etwas Abstand blicken wir auf die Weltmeisterschaft 2022 in Baku/Aserbaidschan zurück. 13 Dresdner Sportakrobaten und ihre Partner vom SV Kubschütz sowie SC Riesa wurden Ende Dezember in den Kreis der Mannschaft einberufen, die Anfang März 2022 Deutschland bei der Weltmeisterschaft vertreten sollten.

Nach intensiver sportlicher und logistischer Vorbereitung startete am 27. Februar 2022 das Abenteuer für die Sportler der Altersklassen 12-18 und 13-19 Jahren. Mit unglaublichem Willen, einer Menge Vorfreude und dazugehöriger Nervosität im Gepäck ging es für drei Formationen samt ihrer Trainer Aleksandr Hauk und Katharina Bräunlich auf die Reise. Für drei Sportler jedoch mit fünftägiger Verspätung und damit erheblichem Trainingsdefizit vor Ort.

Trio 12-18 Jahre

Paula Teichmann, Flora Jesse (SV Kubschütz) und Pauline Fuchs waren für uns Dresdner die ersten im Wettkampfgeschehen. Mit ihrer neuen Tempoübung in passend dazu abgestimmten neuen, schicken Anzügen gelang ihnen ein hervorragender Start in ihre erste gemeinsame WM. Tolle 26,65 Punkte vergab das Kampfgericht für eine Übung, die bis auf einen minimalen Landefehler im letzten Element, perfekt gelang. Wer hätte das nach dem kuriosen Einturnen noch gedacht. Plötzlich und unerwartet wurden die drei Mädels aus ihrer  Vorbereitung gerissen und mussten 10 Minuten eher als geplant auf die Matte. Alle Rituale mussten im Schnelldurchlauf abgespult werden bzw. ausfallen, ein letzter Griff zum Magnesia, einige aufbauende und motivierende Worte und dann musste es auch schon losgehen. Die Mädels meisterten die Situation mit Bravour und konnten den ersten Wettkampftag stolz auf Rang 8 abschließen. Mit der Balanceübung am nächsten Tag waren sie gleich als zweites Trio im riesigen Starterfeld auf der Matte. Wieder eine nahezu perfekte Leistung der drei Mädels. Leider fiel die Wertung mit 26,55 Punkten niedriger aus als erhofft. So war anschließend auch die Enttäuschung groß, als das zweite deutsche Trio an ihnen vorbeizog und den sportlich möglichen Finalplatz aufgrund der Nationenregelung, die besagt, dass nur eine Formation pro Land im Finale turnen darf, übernahm. Nichtsdestotrotz haben sich unsere Mädels hervorragend präsentiert und können auf ihren 11. Platz unter 37 Startern unglaublich stolz sein.

Trio 13-19 Jahre

Für Anna Jesse (SV Kubschütz), Mareike Kott und Liese Lemke lief die WM anders als geplant. Eine verspätete Anreise ermöglichte lediglich ein gemeinsames Training vor Ort, bevor sie in den Wettkampf starteten, das war leider keine optimale Vorbereitung. Auch sie turnten zuerst ihre Tempoübung. Im Einturnen merkte man den Mädels das fehlende Training kaum an, doch die Nervosität vor dem ersten gemeinsamen internationalen Großevent war ganz deutlich zu spüren. Hinter dem Vorhang standen alle Elemente, die neuen Anzüge glitzerten und strahlten mit den Mädels um die Wette und sie waren bereit für ihren ersten Auftritt. Im Tunnel und auf der Wettkampffläche schafften es die Mädels dann leider doch nicht ganz, ihre Nervosität abzuschütteln. Das erste Element der Übung misslang, alle folgenden Elemente wurden gut auf den Teppich gebracht und die Freude es überhaupt noch geschafft zu haben, am Wettkampf teilzunehmen, war riesig. Mit 24,53 Punkten reihten sie sich am Ende des Starterfeldes der 23 Trios ein und die minimalen Finalträume mussten direkt begraben werden. Tag zwei sollte also mit der Balanceübung einen versöhnlichen Abschluss bringen. Mit einem erneut guten Einturnen und einer großen Portion Kampfeswillen waren die Mädels bereit, alles zu zeigen. Doch schon beim ersten Element schlich sich der Fehlerteufel ein. Ein Zeitfehler und ein vorzeitiger Abgang verhinderten mehr als 25,71 Punkte. Sie verabschiedeten sich mit Platz 20 von der WM.

 

Vierergruppe 13-19 Jahre

Auch Pascale, Aaron, Carl und Andreas mussten sich mit einer ungewöhnlichen unmittelbaren Wettkampfvorbereitung auseinandersetzten. Durch nachträgliche Anreisen konnten auch sie die vorbereitenden Trainingseinheiten in Baku nicht gemeinsam bestreiten. Im Gegensatz zum Trio hatten sie noch nicht einmal die Chance noch ein letztes gemeinsames Training wahrzunehmen, sondern mussten mit einem „Kaltstart“ in den Wettkampf einsteigen. Da nur sechs Vierergruppen am Start waren, war ihnen ein Finalplatz jedoch von vornherein sicher und die Qualifikationsübungen konnten zum Warmmachen genutzt werden. Die Balanceübung bereite den Jungs einige Schwierigkeiten und so gab es hohe Punktabzüge für einen Abbruch der ersten Pyramide und es blieben nur 23,45 Punkte. Die Tempoübung am nächsten Tag gelang ihnen schon wesentlich besser. Mit unglaublichem Kampfgeist brachten sie all ihre Elemente auf die Matte, konnten sich auch artistisch deutlich steigern und mit ihren erreichten 25,20 Punkte zufrieden sein. Auf Platz 4 der vier teilnehmenden Nationen gingen sie im Finale mit ihrer Kombiübung an den Start. Alle Elemente klappten, wenn auch noch nicht ganz perfekt, aber mit einer erneuten Steigerung konnten sie mit guten 25,71 Punkten auf Platz 4 die WM beenden.

 

Für unsere Senioren sowie Cheftrainerin Petra Vitera  begann die Reise nach Baku am 06.03.2022. Wie schon für die jüngeren Sportler standen drei Trainingstage sowie Zeit für ein wenig Sightseeing vor dem offiziellen Wettkampfstart zur Verfügung. Anders als bei den Junioren, ist es den Senioren seit diesem Jahr möglich, drei Finals zu erreichen, neben dem Kombifinale können sie zusätzlich auch noch im sogenannten „kleinen Balance- sowie Tempofinale“ um die Medaillen kämpfen. Das Ziel für unsere Formationen war klar – dreimal Finale bitte. Nach dem Ausfall der Delegationen aus Russland, Weißrussland sowie der Ukraine verkleinerten sich einige Starterfelder und ungeahnte Chancen entstanden.

Herrenpaar Senioren

Für Tobias Vitera und Albrecht Kretzschmar (SC Riesa) war die WM der erste internationale Start in der Altersklasse der Senioren. Nach ihrer erfolgreichen Teilnahme an den Europameisterschaften 2021 bei den 13-20-jährigen wollten sie zeigen, dass sie bereit sind in der höchsten Altersklasse mitzuhalten. Dies gelang ihnen absolut überzeugend. Drei von drei möglichen Finaltickets konnten sie sich erkämpfen. Bereits der Auftakt in den Wettkampf mit ihrer Tempoübung lief sehr gut, lediglich die seltene 3-fach-Schraube stand nicht perfekt. Mit 26,98 Punkten qualifizierten sie sich auf Platz 3 für das Finale der besten sechs Herrenpaare. Auch mit der neuen Balanceübung, für die rechtzeitig auch noch die perfekt abgestimmten Anzüge fertig wurden, überzeugten sie die Kampfrichter. 27,11 Punkte und der Einzug ins Balancefinale waren der Lohn für sicher vorgetragene Elemente und eine kraftvolle Choreografie. Dank dieser starken Leistungen qualifizierten sich Tobias und Albrecht auf Platz 5 für das Kombifinale. Die Kombiübung gelang leider nicht ohne Rettungsaktion für das erste Element; nach einer besonders schönen Flughöhe mussten die Jungs um den sicheren Stand des Hand-Hand-Saltos kämpfen, der Rest der Übung gelang fehlerlos. Mit 26,37 Punkten belegten sie den 6. Platz. In der finalen Tempoübung erreichten sie mit einer fast fehlerfreien Übung und 26,83 Punkten Platz 5. Das Balancefinale beendet sie nach einer weiteren sehr starken Leistung und 26,66 Punkten ebenfalls auf Platz 5. Als jüngstes Herrenpaar  im Starterfeld der 7 Paare mussten sie sich keineswegs verstecken, sondern konnten deutlich auf sich aufmerksam machen.

Vierergruppe Senioren

Vincent Kühne, Tom Mädler, Danny und Ben Ködel waren die Finalplätze aufgrund der geringen Teilnehmerzahl von vornherein sicher. Den Einstieg in den Wettkampf meisterten die Vier mit einer guten Balanceübung. Mit nur einem Zeitfehler erreichten sie 27,01 Punkte und Platz 4. Nachdem im Einturnen nicht alles gelang, war dies ein super Auftakt in den Wettkampf. Mit der Tempoübung konnten sie wie schon zur EM 2021 ein Achtungszeichen setzen. Starke 27,68 Punkte erhielten sie für eine nahezu perfekte Übung und platzierten sich damit in der Qualifikation auf einem aussichtsreichen 3. Platz. Auf Platz 4 der Qualifikation aus Balance und Tempo zogen sie ins Kombifinale ein. Leider misslang dort die Balancepyramide vollkommen, auch die perfekt vorgetragenen Tempoelemente konnten an den enormen Punktabzüge nicht viel verändern. Mit enttäuschten Gesichtern und lediglich 22,33 Punkten und Platz 6 verließen sie die Kiss and Cry Area. Auch im Balancefinale wollten die Pyramiden nicht gelingen. Nachdem die erste Pyramide bereits wackelte, aber gut gerettet wurde, folgte der Abbruch der zweiten Pyramide. Erneut massive Punktabzüge und mit 22,67 Punkten wieder nur Platz 6. Die letzte Chance auf einen versöhnlichen Abschluss der WM war somit das Tempofinale. Eine „Wahnsinns“- Übung brachten die Jungs auf die Wettkampffläche, dass Kampfgericht vergab (leider nur) 27,58 Punkte und dann hieß es zittern. Am Ende reichte es mit dem 4. Platz knapp nicht für eine Medaille. Trotz sichtbarer Fehler der Konkurrenz mussten die Jungs ihnen den Vortritt auf das Podest gewähren. Für uns eine nicht nachvollziehbare Entscheidung der Kampfrichter. Trotz allem war dies ein wichtiger und sehr gut gelungener Abschluss für unsere vier Jungs bei dieser WM.

Neben den eigenen Wettkämpfen blieb ausreichend Zeit die Konkurrenz zu beobachten, zu staunen und zu lernen und so sind Sportler und Trainer bereits wieder hochmotiviert, um an den nächsten Herausforderungen zu arbeiten und von den neuen Zielen nicht nur zu träumen.

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