VereinVereinschronik

Auszug aus der Vereinsgeschichte

Am 30. April 1898 wurde der Dresdner Sportclub in der Gaststätte des Dresdner Hotels „Stadt Coblenz“ gegründet. Bei der ersten Mitgliederversammlung des Dresdner Sportclubs einigten sich die 13 anwesenden Personen auf die Vereinsfarben Schwarz-Mohnrot und die DSC-Fahne als Vereinsemblem. Von Anfang an wurden Fußball, Leichtathletik und Radsport im Verein betrieben.

In den Jahren vor und nach dem Ersten Weltkrieg kamen Boxen, Faustball, Handball, Skisport und Tischtennis hinzu. Etwas später folgten Hockey und Schwimmen. Am 28. Januar 1900 gehörte der Dresdner Sportclub zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Fußballbundes (DFB). Am 12. Oktober 1919 wurde das DSC-Stadion (heute: Heinz-Steyer-Stadion) als damals modernstes Stadion Deutschlands eingeweiht. Diese vereinseigene Arena entstand aus eigenen Mitteln.

Bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin holten mit Luise Krüger, Rudolf Harbig und Käthe Krauß (alle Leichtathletik) drei DSC-Sportler eine Medaille. In den folgenden über siebzig Jahren gewannen Athleten des DSC insgesamt 87 Medaillen bei Olympischen Spielen sowie unzählige Weltmeistertitel, Weltcupsiege, Europameistertitel und Europacupsiege. Zudem stellten unsere Sportler mehrere Weltrekorde auf.

Der Ausnahme-Athlet Rudolf Harbig wurde 1938 sowohl Europameister über 800 m als auch mit der deutschen Staffel im 4 x 400 m - Lauf. Er lief 1939 und 1941 Weltrekorde über 400 m, 800 m und in Dresden über 1000 m. 1943 und 1944 errangen die Fußballer vom Dresdner Sportclub die deutsche Meisterschaft.
Mit der Kapitulation Nazi-Deutschlands wurde der Dresdner Sportclub verboten und musste sich zum 31. Dezember 1945 auflösen. Zwangsweise erfolgte die Enteignung des Vereinsvermögens. Am 1. Januar 1946 gründet sich als Nachfolger des Dresdner Sportclubs die Sportgemeinschaft Dresden- Friedrichstadt. Aufgrund politischer Entscheidungen der neuen Machthaber, die den Verein als „bürgerlich“ eingestuft hatten, erfolgte die Auflösung der SG Friedrichstadt im April 1950.

Nach mehreren Zuläufen und Umbenennungen stellte sich am 21. November 1954 im „Gasthof Adam“ in Moritzburg der Verein als Sportclub Einheit Dresden auf. Die Vereinsfarben waren fortan Rot- Weiß. Zunächst lagen die Schwerpunkte auf den Sportarten: Fechten, Fußball, Handball (Frauen), Kegeln, Kunstschwimmen, Leichtathletik, Rudern, Schach, Sportschwimmen, Tischtennis (Frauen), Wasserball und Wasserspringen. Im Laufe der folgenden Jahre kamen noch Turnen, Gewichtheben, Kanu, Eishockey, Eiskunstlauf und Eisschnelllauf hinzu.
Im Dezember 1958 gelang den Fußballern des SC Einheit in Cottbus durch ein 2:1 n.V. gegen den SC Lokomotive Leipzig erstmals der Sieg im DDR-Pokalwettbewerb.

Bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom holte Ingrid Krämer-Gulbin die ersten beiden Goldmedaillen im Wasserspringen für den Verein, denen zahlreiche weitere folgen sollten. Im April 1964 fand die feierliche Eröffnung der Sprunghalle am Freiberger Platz statt.
Der SC Einheit Dresden wurde in den Sportarten Radsport, Rudern, Kanu, Gewichtheben und Turnen zum Zentralclub, der zahlreiche Olympiasieger und Weltmeister hervorbrachte. Damit hatte der SC Einheit mit 19 Sparten eine Größenordnung erreicht, die den Club zu einer Hochburg des DDR-Leistungssports machte.

Nach der politischen Wende 1989 erfolgte am 31.03.1990 die Neugründung als Dresdner Sportclub 1898. Die DSC-Fahne und die Vereinsfarben Schwarz-Mohnrot erlebten ihr schon nicht mehr für möglich gehaltenes Comeback. Am 19. April 1990 trat der SC Einheit Dresden dem Dresdner Sportclub 1898 bei. Die zehn Abteilungen des neuen Dresdner Sportclub 1898 waren zu dieser Zeit Fechten, Gewichtheben, Kanu, Leichtathletik, Radsport, Rudern, Schwimmen (mit Wasserball), Turnen, Volleyball und Wasserspringen. Am 7. Juni 1990 ist der Verein in das Vereinsregister eingetragen worden und ist seit diesem Zeitpunkt als Dresdner Sportclub 1898 e.V. bekannt.
1999 wurden die Volleyballerinnen erstmals Deutscher Meister und Pokalsieger. 2002 folgen ein weiterer Pokalsieg sowie der Gewinn des Supercups.

Einen Tiefpunkt in der Vereinsgeschichte bringt das Jahrhunderthochwasser im August 2002. Die Flutwellen der Weißeritz und wenige Tage später auch die der Elbe verwüsteten das gesamte Ostragehege. Die Sportanlagen waren ein Jahr lang unbenutzbar. Die Aktiven mussten auf andere Anlagen im Dresdner Umland ausweichen. Am 7. August 2002 erfolgte der erste Spatenstich für die neue DSC-Trainingshalle, welche am 15. Oktober 2003 feierlich eingeweiht wurde.

Zu den erfolgreichsten Sportlern der jüngeren Geschichte gehörten die Wasserspringer Jan Hempel, der vier Goldmedaillen bei Europameisterschaften (1993, 1997, 1999 und 2000) gewann. Eine weitere herausragende Sportlerin war Annett Gamm, die bei drei Europameisterschaften (2002, 2006 und 2008) Goldmedaillen gewann und zum Abschluss ihrer Karriere bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking einen vierten Platz belegte.
2007 wurden die DSC-Volleyballerinnen erneut Deutscher Meister. Ein besonderes Highlight brachte das Jahr 2010 für sie. Unmittelbar nach dem Gewinn des DVV-Pokals eroberten die Volleyballerinnen vor heimischer Kulisse auch den Challenge Cup und konnten mit ihren zahlreichen treuen Fans einen erfolgreichen Saisonabschluss feiern. In den Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 kamen die Deutschen Meistertitel drei und vier dazu. Erstmals seit 2010 steht der DSC zudem wieder im DVV-Pokalfinale 2016
Erfolgreichster Leichtathlet der jüngeren Vergangenheit war Hochspringer Raul Spank, der bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking einen hervorragenden 5. Platz belegte und bei der Weltmeisterschaft 2009 in Berlin die Bronzemedaille gewann. Nach seinem Weggang zählen die Dreispringerin Jenny Elbe und der Speerwerfer Lars Hamann zu den Aushängeschildern der Abteilung.

Ein weiteres sportliches Aushängeschild ist Turnerin Marlene Bindig, die 2015 einen historischen ersten Deutschen Meistertitel im Bodenturnen nach der Wende für den Verein gewinnen konnte. Zudem gehören mehr als zehn unserer Sportakrobaten zum aktuellen Bundeskader und nehmen regelmäßig an Europa- und Weltmeisterschaften teil. Mit Tim Sebastian gehört der aktuelle Bronzegewinner der EM (Herrenpaar mit Michail Kraft) zu unserem Verein.

Im Februar 2016 durchbricht der Dresdner SC eine neue Schallmauer und kann sein 4.000 Mitglied begrüßen. Heute haben sich zehn Abteilungen etabliert.

Zu den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro konnte der DSC sieben Sportler entsenden: Tina Punzel, Martin Wolfram und Sascha Klein (Wasserspringen), Jenny Elbe (Dreisprung), Myrthe Schoot (Volleyball) und Michelle sowie  Alexander Schiffler (Sitzvolleyball). Sascha Klein erreichte im Synchronspringen vom Turm Rang vier, Martin Wolfram im Turm-Einzel Rang fünf. Myrthe Schoot kam mit der niederländischen Nationalmannschaft auf Rang vier und Vereinsmitglied Michelle Schiffler gewann mit dem Team USA Gold.

Wasserspringer Sascha Klein gewann 2016 die neunte Goldmedaille im Turm-Synchronspringen in Folge. Die Herrengruppe Sportakrobatik (Junioren) mit Tom Mädler, Erik Leppuhner, Sebastian Grohmann und Florian Vitera holten in China eine historische erste WM-Bronzemedaille für den DSC in dieser Sportart.

Die DSC Volleyball Damen gewinnen 2016 das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg.

2017 gelingt unserem Sportakrobaten Tim Sebastian der größtmögliche Erfolg in seiner Sportart. Er gewinnt gemeinsam mit seinem Riesaer Partner Michail Kraft in Breslau die World Games - er ist damit quasi Olympiasieger in seiner (nichtolympischen) Sportart.

Erstmals seit der Wende qualifiziert sich mit unserer Schwimmerin Alexandra Arlt wieder eine Dresdnerin für eine Junioren-Weltmeisterschaft. Leichtathlet Jonathan Petzke holt den U20-Europameistertitel mit der 4x100-Staffel in Grosseto/Italien.

Wasserspringer Sascha Klein gewinnt bei den Weltmeisterschaften in Budapest Bronze im Turm-Synchronspringen und beendet damit seine eindrucksvolle Karriere. Wasserspringerin Tina Punzel wird Vize-Europameisterin im Brett-Synchronspringen mit Friedericke Freyer aus Leipzig. Marlene Bindig wird Deutsche Vizemeisterin im Bodenturnen.

Stand: August 2017