JEM: 4 deutsche Medaillen

Wasserspringen 08.07.2013

Die deutschen Wasserspringer hatten sicherlich mit einer etwas besseren Bilanz und auch mit dem einen oder anderen Titel bei der JEM in Poznan geliebäugelt. Am Ende mussten sie sich – trotz z.T. aussichtsreicher Vorkampfleistungen - mit zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen zufrieden geben.

Fortsetzung der JEM-Berichterstattung

Im Turm-Springen der B-Jugend-Mädchen konnten sich beide deutsche Springerinnen, Felicitas Richter (Halle) Platz 11 und Fränze Jahn (Leipzig) Platz 8 für das Finale qualifizieren. Für beide war es auch das erste Finale bei einer Jugendeuropameisterschaft. Unsicher und mit ein paar Fehlern behaftet starteten beide ins Finale und alle anderen Finalteilnehmerinnen machten mit! Nach dem Ende des Finals stand fest das sich Fränze Jahn die Bronzemedaille erkämpft hat. Felicitas Richter konnte sich nicht verbessern und wurde am Ende 11. in ihrem ersten großen internationalem Wettkampf.


Der 1m- Wettkampf der Mädchen A, war für die aus Dresden kommende Louisa Stawczynski einer der schwärzesten Tage ihrer Springerlaufbahn. Von Anfang an nicht richtig in den Wettkampf gekommen misslang ihr der eineinhalb Auerbachsalto gehechtet so sehr das dem Schiedsrichter nichts anders übrig blieb diesen Sprung einer „Null“ zu bewerten. Damit war der Traum vom Finale geplatzt. Anders dagegen sprang Josefin Schneider, ebenfalls aus Dresden, ihren Wettkampf sehr konzentriert durch. Sie nutzte ihre Chance und wurde am Ende des Vorkampfs Zweite! Mit einer Spur Hoffnung auf die zweite deutsche Medaille ging es im Finale zur Sache. Einen Patzer konnte man sich in diesem nicht leisten. Kleinste Fehler wurden gleich bestraft. Und davon hatte sie zu viele bei ihren 4 Finalsprüngen. Dennoch mit diesem Vorkampfergebnis und Platz 10 am Ende kann sie stolz sein.


Im 3m Wettkampf der jungen Männer vom 3m Brett gingen Phillip Kirchhoff (Leipzig) und Timo Barthel (Dresden) hochmotiviert ins Rennen. Für Phillip war es ebenso wie für Louisa eine „Lehrstunde“ bzw. „Lernprozess“ oder ein schwarzer Tag. Viel zu viele Fehler, Unsicherheiten im Anlauf usw. brachten ihn nicht ins Finale. Er schied als 20. im Vorkampf aus. Im Finale unterstützen er und die gesamte Mannschaft Timo lautstark. In einem auf hohem Niveau stattfindenden Final-Wettkampf konnte man Klasse Sprünge sehen. Timo zeigte und beteiligte sich daran mit einem 3 ½ Auerbach der ihm 83 Punkte einbrachte. Doch mit dem 2 ½ Delphinsalto gehechtet begrub er seine Medaillenhoffnungen. Mit seinem 5. Platz zeigte er dass er zu den Besten gehört und den Anschluss zu den Erwachsenen mühelos schaffen wird. Gleich fünf Sportler und Sportlerinnen vertraten das deutsche Nachwuchsspringerteam bei an den 3. Wettkampftag. Im Wettkampf der männlichen Jugend B vom 3m Brett waren der „Kleinste“ aus dem Team, Joe Erick Brenner (Rostock), und Duc Long Nguyen (Berlin) am Start. Mit einer soliden Serie ersprang sich Joe einen Finalplatz und beendete den Vorkampf als 9. Für Duc Long lief es bis zum ersten Kürsprung. Bis dahin lag er auf einem sehr guten fünften Platz. Doch dann kam etwas womit kein Springer rechnen will oder es erleben möchte. Ein unsicherer Anlauf zu seinem eineinhalb Salto vorwärts mit drei Schrauben war ausschlaggebend für sein nachfolgendes Missgeschick. Nach einem „Sacker“ traf er den Absprung nicht richtig und verlor im wahrsten Sinne des Wortes die Übersicht. Er landete diesen Sprung unkontrolliert und schlug unsanft auf der Seite aufs Wasser. Dazu kam noch das er sich dabei eine Verletzung am Ohr zuzog und somit seinen Wettkampf nicht mehr fortsetzen konnte.


Im 1m Wettkampf der weiblichen Jugend B sprang die„Neuberlinerin“ Christina Wassen in der vordersten Reihe mit. Den Vorkampf beendete sie als Dritte. Christina behielt im Finale ihre Nerven und konnte sich sogar die Silbermedaille sichern.


Der Synchronwettkampf der jungen Damen wurde von neun Paaren absolviert. Das deutsche weibliche Paar, Helen Trumpf und Louisa Stawczynski (beide Dresden) gehörten zu den Favoriten auf Edelmetall. Doch des einen Freud ist des anderen Leid ... Bis zum letzten Sprung, dem 2½ Auerbachsalto gehockt, lagen sie auf einem Medaillenplatz. Beide überschlugen diesen Sprung und sie mussten sich mit einem Punkt Pückstand mit dem 4. Platz zufrieden geben.


Am letzten Wettkampftag standen noch die Wettkämpfe vom 3 m-Brett der weiblichen Jugend A und vom Turm der männlichen Jugend A an – mit berechtigten Medaillenhoffnungen für die deutschen.


Bei den Mädchen konnte sich Louisa Stawczynski mit Platz vier im Vorkampf eine gute Ausgangsposition für das Finale erspringen. Mit 6 Punkten Rückstand verpasste Friederike den 12. Platz und damit den Einzug ins Finale. Nun musste Louisa, die alleinige Vertreterin für Deutschland, die Kastanien aus dem Feuer holen. Mit Bravour bestand sie diese Aufgabe und wurde mit der Silbermedaille belohnt!


Die beiden jungen Männer der Altersgruppe A, Phillip Kirchhoff (Leipzig) und Timo Barthel (Dresden) zogen ohne Probleme ins Finale der besten 12 Springer ein. Ein 10. Platz für Phillip war der Lohn dafür. Timo ging als zweiter ins Finale und hatte nur den Polen Kacper Lesiak vor sich. Dieser war an diesem Tag unschlagbar und zeigte eine perfekte Finalleistung. Timo kämpfte mit und hielt auch bis zum Schluss den zweiten Platz und damit die Silbermedaille im Griff. Eben nur bis zum letzten Sprung. Der 3½ Salto vorwärts misslang ihm und er musste den Russen Ilja Kuzmin an sich vorbei ziehen lassen. Dennoch eine Super Leistung und Gratulation zu dieser Bronzemedaille!

     

 

 

     

 

 


3 m-Brett weibliche Jugend B: Fränze Jahn (Leipzig) fiel einer Fiebererkrankung zum Opfer und konnte ebenfalls den Wettkampf nicht antreten. Somit war die Silbermedaillengewinnerin vom 1m Brett Christina Wassen (Berlin) allein und erkämpfte sich mit dem 2. Platz im Vorkampf den Finalplatz. Mit nur drei Sprüngen im Finale ist es schwer einen Fehler aufzuholen. Gleich beim ersten Sprung hatte sie einen nicht mehr einzuholenden Rückstand auf die Medaillenplätze und wurde 6. in ihrem zweiten großen Wettkampf.

Die Wettkämpfe wurden mit dem Turmspringen der männlichen Jugend A beendet. Endlich kam Dominik Stein (Leipzig) zu seinem Einsatz. Gemeinsam mit Timo Barthel zeigten sie im Vorkampf eine geschlossene „Mannschaftsleistung“! Nummer 1 nach dem Vorkampf, Timo und Nummer zwei Dominik! Das ließ für das Finale hoffen. Im Finale zeigten auch die anderen Teilnehmer ihre Klasse und machten es den deutschen Springer deutlich schwerer ihre Vorkampfleistung zu bestätigen. Beide deutschen Springer zeigten Nerven und boten damit den anderen Athleten die Chance ihre Klasse zu zeigen. In diesem hochklassigen Finale mit Sprüngen die Weltniveau hatten sprangen beide mit und zeigten den einen und anderen Sprung ebenfalls auf höchster Ebene. Platz 3 für Dominik und damit die Bronzemedaille und Platz 5 für Timo waren am Ende das Ergebnis.

Quelle: dsv

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