Im Gespräch mit Norman Teichmann

Fußball 27.04.2015

"Wir hatten eine tolle Mannschaft, ein Top-Umfeld für die Liga, sowie eine motivierende Fankultur im Verein."

In der Saison 2008/2009 stand Norman Teichmann beim DSC in der Bezirksklasse zwischen den Pfosten. Über Motor Altenburg wechselte der Torhüter anschließend zum ZFC Meuselwitz, wo er nun in der Regionalliga spielt. Grund genug, sich mit dem 31-Jährigen über seine Karriere, seine Zeit beim DSC und die Regionalliga Nordost zu unterhalten. Norman Teichmann blickt dabei unter anderem wie folgt zurück: „Wir hatten eine tolle Mannschaft, ein Top-Umfeld für die Liga, sowie eine motivierende Fankultur im Verein.“

 

Online-Team: Hallo Norman, es ist schon wieder eine Weile her als du für unseren DSC gespielt hast. Inzwischen ist viel passiert - wie geht es dir?
Norman Teichmann: Mir geht es sehr gut und ich fühle mich sehr wohl in meiner Heimat.

Online-Team: Was machst du eigentlich, wenn du gerade mal nicht Fußball spielst?
Norman Teichmann: Ich arbeite in der VR-Bank Altenburger Land eG und betreue vermögende Privatkunden. Danach bleibt dann nicht mehr viel Freizeit.

Online-Team: Wann hast du mit dem Fußball spielen begonnen und wie sahen die Anfänge deiner Karriere aus?
Norman Teichmann: Begonnen habe ich mit 8 Jahren bei Motor Altenburg und bin dann mit 12 Jahren auf die Sportschule zum FC Carl Zeiss Jena gewechselt.

Online-Team: Wann bist du ins Tor gekommen und was ist für dich das Besondere an der Position des Torhüters?
Norman Teichmann: Ich wurde gleich zum Beginn meiner fußballerischen Tätigkeit ins Tor gestellt, wahrscheinlich weil ich als "Neuer" draußen auf dem Feld nur im Weg stand und es anscheinend an Torhütern zu derzeit im Verein mangelte *lacht*

Online-Team: Im Jahr 2008 bist du von Borea zum DSC gewechselt. Wie kam es zum damaligen "Abstieg" aus der Oberliga in die Bezirksklasse?
Norman Teichmann: Nach einem durchwachsenen Jahr bei Borea und einem teilweise zerrütteten Verhältnis mit Personen der Leitungsebene des Vereines standen die Zeichen auf Abschied. Auf Grund meines Studienplatzes in Dresden kamen auch nur naheliegende Vereine für einen Wechsel in Betracht.
Nach reichlicher Überlegung war der Schritt zum DSC die für mich beste Alternative, um mich persönlich weiterzuentwickeln.

Online-Team: Ein Jahr später bist du zu Motor Altenburg gegangen. Warum hast du dich kurzfristig für den Vereinswechsel entschieden?
Norman Teichmann: Ausschlagegebend waren die sportlichen Perspektiven und der Heimatbezug, da ich ja aus Altenburg komme. Ziel war es ja schon irgendwann wieder höherklassig zu spielen, nur ist es natürlich auch schwer, sich in der Bezirksklasse für höherklassig spielende Vereine anzubieten. Zumal mir auch damals schon der nächste Schritt mit dem ZFC im Hinterkopf war.

Online-Team: Welche Erinnerungen hast du an die Saison beim DSC? Hast du noch Kontakte im Verein?
Norman Teichmann: Ich habe nur sehr gute Erinnerungen an die Zeit beim DSC. Wir hatten eine tolle Mannschaft, ein Top-Umfeld für die Liga, sowie eine motivierende Fankultur im Verein. Vielen Dank auch noch einmal an die Adresse von Marcus Zillich, der viel möglich gemacht hat, weshalb es mir z.B. in der Zeit auch weiterhin möglich war, mit René Groß Torwarttraining zu absolvieren.

Online-Team: Beobachtest du die Entwicklung deiner ehemaligen Vereine?
Norman Teichmann: Ab und an schaue ich natürlich auch nach den Entwicklungen der Vereine.

Online-Team: Du spielst inzwischen beim ZFC Meuselwitz in der Regionalliga. Nachdem ihr letzte Saison 10. geworden seid, rangiert ihr nun auf dem drittletzten Tabellenplatz. Den Großteil der Saison standet ihr auf einem Abstiegsplatz. Warum ist es für euch dieses Jahr so schwer, den Klassenerhalt zu sichern?
Norman Teichmann: Für Vereine wie den ZFC Meuselwitz wird es in einem Umfeld wie der Regionalliga, wo die meisten Vereine unter Profibedingungen arbeiten, zusehends schwieriger durch die zusätzliche Doppelbelastung mit Fußball und Arbeit zu bestehen. Diese Saison werden wir den Klassenerhalt sicher noch schaffen. Nur wenn sich daran nichts ändern sollte, werden wir die Klasse auf kurz oder lang nicht halten können.

Online-Team: In der Regionalliga geht es auch abseits des Kampfes um den Nichtabstieg spannend zu. Welche Meinung hast du zum Fall des VFC Plauen (Anmerkung: die Plauener dürfen trotz Insolvenz durch ein Gerichtsurteil vorerst weiterhin um Punkte mitspielen)? Und wer wird deiner Meinung nach Staffelsieger der Regionalliga Nordost?
Norman Teichmann: Mit dem Fall Plauen beschäftige ich mich nicht weiter, da ich davon ausgehe, dass Plauen unabhängig von der offenen Entscheidung um die Insolvenz den Nichtabstieg auch sportlich nicht verhindern kann. Den Staffelsieg würde ich sowohl Zwickau als auch Magdeburg gönnen.

Online-Team: Nach langer Zeit als Nummer 1 standest du die letzten Spiele nicht mehr zwischen den Pfosten. Warum musstest du auf der Ersatzbank Platz nehmen?
Norman Teichmann: Als Torhüter stehst du natürlich besonders im Fokus. Und wenn es dann eher schlecht läuft wie bei uns die letzten Jahre, dann ist der Torhüter wie in meinem Fall auch oft der erste Ansatzpunkt, um neue Reize zu setzen. Aber auch hier sehe ich eine gesunde Konkurrenz nur förderlich für die persönliche Entwicklung

Online-Team: An welche Ereignisse aus deiner Karriere erinnerst du dich besonders gerne zurück?
Norman Teichmann: Da gibt es als Fußballer sicher immer ganz viele. Natürlich meist schöne wie der Aufstieg in die Regionalliga 2007 mit Energie Cottbus oder auch die Spiele vor einer guten Zuschauerkulisse wie gegen RB Leipzig bzw. Hertha BSC in der ersten Runde des DFB Pokals. Wobei die schwierigen Zeiten für die persönliche Entwicklung sicherlich prägender waren als die Erfolge und mehr zu dem beigetragen haben was ich heute bin.

Online-Team: Du bist jetzt 31, fast 32, Jahre alt. Wie lange möchtest du noch aktiv spielen und hast du schon Pläne für die Zeit nach der aktiven Karriere, z.B. als Trainer?
Norman Teichmann: Solange wie es die Gesundheit zulässt und ich noch Spaß daran habe, werden hoffentlich noch ein paar Jahre ins Land gehen. Auf Grund meiner beruflichen Karriere ist es auch gut möglich, dass für derartige Hobbys irgendwann eh keine Zeit mehr bleibt. Ansonsten kann ich mir durchaus auch vorstellen später als Torwart-Trainer zu arbeiten.

Online-Team: Vielen Dank, dass du dir für das Interview Zeit genommen hast. Dir und deiner Mannschaft viel Erfolg für die restlichen Spiele. Möchtest du zum Abschluss noch etwas los werden und den DSC-Fans mit auf den Weg geben?
Norman Teichmann: Auch von meiner Seite vielen Dank an euch, dass ich anscheinend noch nicht in Vergessenheit geraten bin. Viele Grüße an alle, die das lesen und mich vielleicht noch von früher kennen bzw. meinen Weg weiter verfolgen. Der Mannschaft und dem Verein wünsche ich für die Zukunft nur das Beste.

[DH]

 

 

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