Zwischen Sprinttraining und Mentalstärke: So bereitet sich Olympia-Silbergewinnerin Susanne Kreher auf den Winter vor
Wenn Skeleton-Athletin Susanne Kreher vom Dresdner Sportclub über ihren Sport spricht, wird schnell deutlich: Erfolg im Eiskanal beginnt lange vor dem ersten Start im Winter. Die zweifache Olympia-Silbermedaillengewinnerin arbeitet derzeit intensiv an Schnelligkeit, Technik und ihrer mentalen Stärke, um in der kommenden Saison den nächsten Schritt zu gehen.
Der Weg in den Skeletonsport war für die in Annaberg-Buchholz geborene keineswegs vorgezeichnet. Ursprünglich war Kreher in der Leichtathletik zuhause und hatte sich auf die 400-Meter-Strecke spezialisiert. Als sich ihre sportliche Laufbahn dort nicht wie erhofft entwickelte, suchte sie nach einer neuen Herausforderung.
„Ein Freund hat mir Skeleton vorgestellt und beschrieben, dass es ein bisschen wie Achterbahnfahren ist und unglaublich viel Spaß macht. Da dachte ich mir: Probier es einfach mal aus“, erinnert sich Kreher. Rückblickend sei dieser Schritt genau die richtige Entscheidung gewesen.
Besonders die Vielseitigkeit ihrer Sportart fasziniert die DSC-Athletin bis heute. Neben Schnelligkeit am Start seien auch Fahrtechnik, Materialkenntnisse und viele weitere Faktoren entscheidend.
„Es ist wichtig, am Start schnell sprinten zu können und den Schlitten zu beschleunigen. Gleichzeitig spielen die eigentliche Fahrt und viele technische Details eine große Rolle. Das macht den Sport unglaublich faszinierend.“
Während die Eiskanäle in den Sommermonaten ruhen, liegt der Fokus auf der Vorbereitung für die Wintersaison. Für Kreher bedeutet das eine teilweise Rückkehr zu ihren Wurzeln in der Leichtathletik.
„Im Sommer geht es für uns vor allem um das Starttraining. Wir arbeiten viel an Schnellkraft, Sprungkraft und der Sprintgeschwindigkeit“, erklärt die 27-Jährige. Hinzu komme Techniktraining mit Rollenschlitten, um die Abläufe am Start zu perfektionieren.
Der Aufwand lohnt sich. Schließlich werde die Grundlage für den Erfolg im Winter bereits Monate zuvor geschaffen.
„Winterathleten werden im Sommer gemacht. Dieser Spruch trifft definitiv zu. Im Sommer legen wir die Basis, um im Winter unsere Leistungen abrufen zu können“, sagt Kreher.
Trotz ihrer internationalen Erfolge sieht die DSC-Sportlerin weiterhin Entwicklungspotenzial. Vor allem an ihrer Starttechnik arbeitet sie kontinuierlich. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem mentalen Bereich.
„Ich möchte künftig etwas entspannter bleiben. Das ist mir in der vergangenen Saison nicht immer gelungen. Deshalb arbeite ich intensiv daran, Herausforderungen lockerer anzugehen.“
Mit Blick auf die kommende Saison hat Kreher ihre Ziele klar vor Augen. Ein großer Wunsch steht dabei noch auf ihrer persönlichen Erfolgsbilanz.
„Ich habe bislang mehrere Silbermedaillen gewonnen, aber noch keinen Weltcup. Natürlich gehören deshalb ein Weltcupsieg und im besten Fall auch eine Medaille bei der Weltmeisterschaft zu meinen sportlichen Zielen.“
Neben allen Ergebnissen und Erfolgen bleibt für die DSC-Athletin jedoch ein Aspekt besonders wichtig: die Freude am Sport.
„Ich möchte weiterhin Spaß an meinem Sport haben, das Beste aus mir herausholen und auch mental fit sein.“
Mit dieser Einstellung arbeitet Susanne Kreher derzeit intensiv an den Grundlagen für die kommende Wintersaison. Die ersten Antworten darauf, ob sich die harte Arbeit auszahlt, wird es schon bald wieder im Eiskanal geben.
