Von Warendorf an den Zuckerhut

Erstellt von sh Volleyball 07.10.2015

DSC-Sitzvolleyballer Alexander Schiffler löst Paralympics-Ticket mit Nationalmannschaft

Der erste DSC-Athlet hat es nach Rio geschafft! DSC-Sitzvolleyballer Alexander Schiffler hat mit der deutschen Nationalmannschaft das Ticket zu den Paralympics 2016 gelöst. Mit dem Einzug ins EM-Finale in Warendorf sicherten sie sich die Teilnahme an den Spielen in Brasilien.

Nach einem Fünfsatz-Krimi (18:25, 26:24, 23:25, 25:21, 15:13) gegen Russland treffen die Deutschen im Endspiel am Mittwoch (15.30 Uhr) auf Top-Favorit Bosnien-Herzegowina, der sich erwartungsgemäß mit 3:0 gegen die Ukraine durchsetzte, das Rio-Ticket allerdings als Weltmeister schon zuvor gesichert hatte.


Das Halbfinale zwischen Deutschland und Russland in der Sportschule der Bundeswehr war nichts für schwache Nerven. Schließlich stand für beide Teams viel auf dem Spiel. Von Beginn an lieferten sich die Mannschaften packende Ballwechsel sowie spektakuläre Aktionen in Angriff und Abwehr. Die Entscheidung musste im Tie-Break her – und dieser begann für die Deutschen denkbar schlecht. Mit 0:3, 3:8 und 5:9 waren die Lokalmatadoren bei der Heim-EM im Hintertreffen, starteten allerdings eine starke Aufholjagd und führten plötzlich mit 11:10. Russland nahm eine Auszeit, machte drei Punkte am Stück und der Sieg rückte für die Deutschen in weite Ferne. Doch die Mannschaft zeigte keine Nerven, hängte sich voll rein, führte nach sensationellem Endspurt mit 14:13 – und verwandelte den ersten Matchball zum Sieg. Der Rest war riesiger Jubel. Finaleinzug und Rio-Qualifikation – von Warendorf an den Zuckerhut sozusagen. Mit Brasilien-Fahne in der Hand und Tränen in den Augen feierten die Spieler überglücklich auf dem Spielfeld.


„Wir haben immer an uns geglaubt und es am Ende noch umgebogen. Die Gerechtigkeit siegt halt manchmal doch“, jubelte Cheftrainer Rudi Sonnenbichler. Er hatte nicht vergessen, dass die Russen das letzte Gruppenspiel gegen Lettland mit 0:3 herschenkten, um im Halbfinale den starken Bosniern aus dem Weg zu gehen. Die Antwort für die Unsportlichkeit gab sein Team mit einer Energieleistung auf dem Feld und steht jetzt im „Finale daheim“. Gegen Bosnien hängen die Trauben beim Kampf um Gold zwar hoch, doch der deutschen Mannschaft ist nach diesem Halbfinal-Krimi alles zuzutrauen. „Wir wussten, dass es schwer wird und wir bis zum Schluss fighten müssen. Dass wir das Spiel nach fünf Toren Rückstand im Tie-Break noch drehen, ist einfach phänomenal. Die Zuschauer in der Halle haben uns noch einen zusätzlichen Schub gegeben“, freute sich Spielführer Heiko Wiesenthal. Und was ist im Finale möglich? „Bosnien ist der klare Favorit, doch jetzt wollen wir mit dem Publikum im Rücken natürlich auch Europameister werden.“

Quelle: Deutscher Behindertensportverband e.V.

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