Turnerinnen starten in die Bundesliga

Erstellt von sh Turnen & Sportakrobatik 04.05.2016

Interview mit Olaf Große vor seiner letzten Saison

An diesem Sonnabend beginnt für unsere Leistungsturnerinnen in Hannover die neue Bundesliga-Saison. Für Trainer Olaf Große wird es eine Besondere - denn es wird seine letzte Saison als hauptamtlicher Trainer, bevor er sich am 1. September in den Ruhestand verabschiedet. Im Interview spricht er über die diesjährigen Ziele, über Sportler-Konflikte und Bowlingabende mit seinen Turnerinnen.

Frage: Zum letzten Mal werden Sie in diesem Jahr die Bundesliga-Mannschaft des DSC betreuen. Mit welchen Gefühlen fahren Sie nach Hannover?

Olaf Große: Natürlich mit gemischten Gefühlen. Ich habe meine Arbeit mit den Sportlern immer geschätzt, vor allem das Lösen von Konflikten mit den Athleten - seien es mentale Blockaden, Angst vor einem Element oder technische Schwierigkeiten - das macht die Arbeit eines Trainers aus. Das werde ich vermissen. Andererseits freue mich auch ab Herbst mehr freie Samstage und Feiertage zu haben, an denen ich sonst meist in der Turnhalle gestanden habe.

Frage: Im vergangenen Jahr hat unser Team mit Rang fünf locker die Klasse gehalten. Wie sehen die Ziele des Bundesliga-Teams dieses Jahr aus?

Olaf Große: Der Klassenerhalt wird das Ziel sein. Wir schicken an diesem Wochenende neben den Routiniers Marlene Bindig, Julia Vietor und Susann Marie Beck auch drei junge Turnerinnen mit nach Hannover. Sie müssen sich teilweise erst einmal an die Rahmenbedingungen gewöhnen und Erfahrungen sammeln. Es wird daher keine leichte Saison.

Frage: Wer ist am Sonnabend dabei?

Olaf Große: Unsere Jüngste - Jule Mehnert - wird erstmals mit zu einem Bundesliga-Wettkampf fahren. Außerdem werden Lisa Marie Schulz und Maria Heim neben den drei gestandenen Kräften mit uns reisen. Lucienne Fragel fällt leider noch bis zu den Sommerferien verletzt aus.

Frage: Welche Bedeutung hat die Bundesliga für das Leistungsturnen beim DSC?

Olaf Große: Für uns, der wir kein Bundesstützpunkt sind, ist es ein Aushängeschild für das Turnen in unserer Stadt. Wir haben ja mehrere Sportlerinnen, für die der Sprung von den Jugendmeisterschaften zu den Deutschen Meisterschaften der Erwachsenen ein sehr großer ist. Für sie ist die Bundesliga wichtig, um sich zu präsentieren und Wettkampferfahrungen zu sammeln. Das Niveau in den Ligen hat sich deutlich erhöht und da wird es nicht einfacher mitzuhalten. Um bei den Deutschen Meisterschaften dabei zu sein, werden 48 Punkte bei einem Bundesliga-Mehrkampf benötigt. Es ist also auch die Chance, sich für dieses Großereignis zu qualifzieren.

Frage: Sie betreuen das Dresdner Bundesliga-Team seit 2008. Woran erinnern Sie sich gern zurück?

Die Wettkampfreisen habe ich immer gern betreut. Klar früher haben wir im Bus noch gemeinsam Kassetten gehört, heute hat jede ihre Kopfhörer auf und hört ihre eigene Musik übers Handy. Aber solche Reisen sind immer wertvoll, um als Mannschaft zusammenzuwachsen. Nach einem guten Wettkampf habe ich die Mädels auch mal zu mir eingeladen, meine Frau hat gekocht oder wir waren alle gemeinsam bowlen. Ich halte es für wichtig, auch mal den Alltag der Trainingshalle zu verlassen und gemeinsam einfach Spaß zu haben.

Frage: Wenn Sie am 1. September in den Ruhestand gehen, wird man Sie dann weiterhin beim DSC treffen?

Ich denke schon, dass ich in irgendeiner Form als Übungsleiter weiterhin das Turnen in Dresden unterstützen werde. Nur nicht mehr jeden Sonnabend um 9 Uhr. (lacht).

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