Tina Punzel:"Eine Sache, die Erfolg verspricht"

Wasserspringen 14.11.2014

Die 19-jährige Dresdnerin springt nach zwei Jahren Pause wieder vom Turm - Ziel ist die Qualifikation für Rio

VON ASTRID HOFMANN 

Allein hätte sie es nicht gewagt - das gibt Tina Punzel gern zu. "Aber jetzt bin ich nicht böse drüber. Im Gegenteil, es macht mir mehr Spaß als ich dachte", meint die DSC-Wasserspringerin mit schelmischem Lächeln. Die "Sache", von der sie zudem meint, dass sie "Erfolg verspricht", hat DSV-Sportdirektor Lutz Buschkow angeschoben. Er schickt die 19jährige Dresdnerin eineinhalb Jahre vor den nächsten olympischen Spielen wieder auf die Zehnmeterplatfform. ,,Es fehlt in Deutschland an guten Synchron-Paaren vom Turm. Deshalb soll ich eine Kür-Serie aufbauen und dann verschiedene Partnerinnen testen. Bei der WM 2015 im russischen Kazan wollen wir dann um einen Quotenplatz für Rio kämpfen", erläutert die Dresdnerin Buschkows Plan, dem sie erst nicht viel abgewinnen konnte. In der vergangenen Woche hat sie ,,sich richtig damit angefreundet".

Da fand in der Springerhalle am Freiberger Platz ein Lehrgang der deutschen Nationalmannschaft statt und Tina Punzel brachte erstmals wieder den schwie rigen Dreieinhalb-Delphinsalto vom Turm ins Wasser. ,,Mein letzter Turm-Wettkampf liegt über zwei Jahre zurück", erzählt der Schützling von Trainer Boris Rozenberg. Bei der Jugend-EM 2012 in Graz wurde sie Elfte in dieser Disziplin, 2010 bei der JEM in Helsinki hatte sie sogar Bronze geholt. Doch in den vergangenen beiden Jahren konzentrierte sich die Tochter des früheren Wasserspringers Rainer Punzel komplett auf das Brett. "Das habe ich schon immer lieber gemacht, hatte vor dem Turm gehörig Respekt", berichtet die Schülerin des Sportgymnasiums. Und die Spezialisierung zahlte sich aus, schließlich schaffte Tina mit gerade mal 17 Jahren 2013 mit dem Gewinn des Europameistertitels vom Dreimeterbrett in Rostock eine kleine Sensation. Bei der EM in diesem Jahr samml te sie trotz Rückenbeschwerden im Vorfeld mit  jeweils Bronze im Team-Wettbewerb und vom Einmeterbrett sowie Silber im Brett-Synchron dreimal Edelmetall.

Doch jetzt stellt sie sich der neuen Herausforderung. "Ich war ja nie schlecht vom Turm, aber weil es vom Brett so gut lief, fiel das andere etwas unter den Tisch. Zumal ich bei den Erwachsenen nur drei Kürsprünge gut beherrschte, man aber für die Serie fünf braucht", erläutert Punzel, die lachend zugibt: ,,Es war schon ein ungewohntes Gefühl, ganz nach oben zu klettern. Man fliegt dann länger durch die Luft. Aber ich habe mit einfachen Kopfsprüngen angefangen. Die ersten Tage hatte ich schon Muskelkater." Das Gute sei, so erläutert sie, dass sie alle Sprünge vorher vom Brett üben könne. "Die Belastung der gesamten Muskulatur, der Handgelenke und Schultern ist vom Turm ungleich höher. Deshalb kann man nicht so viele Wiederholungen machen und es ist total sinnvoll, die Sprünge erst vom Brett zu perfektionieren", so Punzel, die auch vom Dreimeterbrett und im Brett-Synchron weiterhin antreten wird.

,,Bei der WM in Kazan will ich auf jeden FaIl besser sein als bei der letzten WM, als ich zweimal 13. war", verkündet sie. Mitte Dezember bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaft in BerIin will sie erstmals ihre Sprünge vom Turm wieder in einem Wettkampf zeigen. ,,Das Wichtigste", so verrät sie noch, ist aber neben dem Sport mein Abitur. Zum Glück passt der Zeitplan unserer Trainingslager und der Wettkämpfe sowie der Plan der Abiturprüfungen perfekt zusammen. Sogar der Abi-Ballfindet in einer Woche statt, in der wir einen Lehrgang in Dresden haben", freut sie sich, dass alle Rädchen so gut ineinander greifen.

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