Wir über unsChronik

Gründung

Im Jahre 1954 wurden in der DDR leistungssportliche Zentren gebildet. Im Bezirk Dresden war das der SC Einheit Dresden. Die Sektion Sportschwimmen innerhalb des Sportclubs wurde am 1. März 1955 gegründet. Zum Training standen damals nur die Schwimmhallen in Klotzsche und der Marienallee zur Verfügung. Der Schwerpunkt der Arbeit konzentrierte sich dabei auf den Nachwuchs. Aufgrund der eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten wurden danach die leistungsstärksten Schwimmer nach Leipzig bzw. Rostock delegiert.

Schon fünf Jahre später stellte unsere Sektion zu den Olympischen Sommerspielen 1960 in Rom mit Frank Wiegand erstmalig einen Olympiateilnehmer. Mit der 4×200-Meter-Freistilstaffel belegte er den 7. Platz.

Eröffnung der neuen Schwimmhalle

Nach der Übergabe der Schwimmhalle am Freiberger Platz mit einem wettkampfgerechten 50-Meter-Becken am 7. Oktober 1969 verbesserten sich die Trainings- und Wettkampfbedingungen für die Dresdner Schwimmer wesentlich. Damit war die Basis gegeben, Sportler bis in die Weltspitze zu führen. Bereits drei Jahre danach, zu den Olympischen Spielen 1972 in München, qualifizierten sich mit Christine Herbst, Gudrun Wegner, Sylvia Eichner, Lothar Noack, Jürgen Krüger und Christian Lietzmann gleich sechs Schwimmer (!) mit ihrem Trainer Uwe Neumann für die DDR-Auswahlmannschaft.

Christine Herbst erkämpfte sich mit der 4×100-Meter-Lagenstaffel die Silbermedaille. Gudrun Wegner gewann über 400 Meter Freistil Bronze. Das war der Beginn einer großartigen Erfolgsbilanz im Dresdner Schwimmsport.

Internationale Erfolge

Folgende Medaillen bei Olympischen Spielen (OS), Weltmeisterschaften (WM), Europameisterschaften (EM) und Jugend-Europameisterschaften (JEM) wurden bis 2004 erkämpft:

 Medaillendavon
 gesamtGoldSilberBronze
Olympischen Spiele13634
Weltmeisterschaften21975
Europameisterschaften2810117
Jugend-Europameisterschaften362286

Wesentlichen Anteil an diesen Erfolgen haben (neben den bereits genannten) die Sportler …

  • Ulrike Richter: 4-fache Weltmeisterin, WM Dritte, 4-fache Europameisterin, 2-fache Vize-Europameisterin, 3-fache Olympiasiegerin
  • Birgit Treiber: Weltmeisterin, 4-fache Vizeweltmeisterin, 3-fache Europameisterin, bei Olympischen Spielen: 2 Silbermedaillen, 1 Bronzemedaille
  • Karla Linke: Vizeweltmeisterin, Europameisterin, WM Dritte
  • Rica Reinisch: 3-fache Olympiasiegerin
  • Gudrun Wegner: Weltmeisterin, Vizeeuropameisterin, Dritte bei WM u. EM, Bronze bei Olymp. Spielen
  • Sylvia Eichner: Weltmeisterin
  • Christian Lietzmann: 2-facher Vizeeuropameister
  • Dirk Richter: je 2-facher Welt- u. Europameister, 2-facher Vizeweltmeister, 6-facher Vizeeuropameister, 2-facher Bronzemedaillengewinner bei Olympischen Spielen.

Bei den Jugend-Europameisterschaften waren erfolgreich …

  • Sebastian Halgasch 6× Gold, 1× Silber, 1× Bronze
  • Birgit Treiber 3× Gold
  • Martina Ellger 3× Gold
  • Torsten Wilhelm 2× Gold, 2× Silber, 2× Bronze
  • Karla Linke 2× Gold, 1× Silber
  • Steffen Böhmert 1× Gold, 1× Silber, 1× Bronze
  • Roland Freygang 1× Gold, 1× Silber
  • Olaf Aßmann 1× Gold, 1× Bronze
  • Martin Findeis 1× Gold
  • Katja Eich 1× Gold
  • Marit Burckhardt 1× Gold
  • Daniela Beier 1× Silber
  • Sylvia Eichner 1× Silber
  • Falk Reimann 1× Bronze
  • Julia Schnorrbusch  2x Platz 6
  • Julius Klein  1x Platz 10

DDR-Politik

1984 machte die Politik den DDR-Sportlern einen Strich durch die Rechnung. Sie konnten an den Olympischen Spielen in Los Angeles nicht teilnehmen. Der damals amtierende Weltmeister über 100 Meter Rücken, Dirk Richter, der auch 1984 die Weltbestenliste auf dieser Strecke anführte, konnte sich dadurch leider nicht mit den weltbesten Schwimmern messen. Dirk Richter kam so erst 1988 in Seoul zu seiner ersten Olympiateilnahme und errang mit der 4×100m-Freistilstaffel Bronze und wurde über 200m Rücken Fünfter. 1992 in Barcelona gewann er nochmals eine Bronzemedaille mit der Freistilstaffel. Über 10 Jahre schwamm er in der Weltspitze.

Die Wendezeit

Nach 1990 gab es auch im Sport große Veränderungen. Die Strukturen der Sportvereine aus den alten Bundesländern wurden übernommen, die staatliche Förderung des Sports wurde stark reduziert. Auch die Sektion Schwimmen, die jetzt im Dresdner Sportclub 1898 als Rechtsnachfolger des SC Einheit „Abteilung Schwimmen“ heißt, strukturierte sich um. Am 1. April 1991 kam es zur Fusion mit den Schwimmern des Dresdner Eisenbahnersportvereins (ESV), die sich zwei Jahre zuvor dem in der Luft hängenden Trainingszentrum für die 7- bis 10-jährigen Nachwuchssportler angenommen hatten. Mit einem Male wurde aus der bisher recht kleinen Sektion eine riesige Abteilung mit zeitweise über 1000 Mitgliedern. Mittlerweile hat sich der Mitgliederstand auf etwa 600 Mitglieder eingepegelt.

Mit der Neuorientierung nach 1990 gewannen Deutsche Meisterschaften für den Nachwuchs große Bedeutung für das Bestehen und die Weiterentwicklung unserer Abteilung. Zu diesen Meisterschaften zählen neben den Deutschen Jugendmeisterschaften auch die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften für die verschiedenen AK-Bereiche (DMSJ). Hier konnten wir einige sehr gute Resultate erzielen:

1993Jugend C männlichGold     2001Jugend D männlichSilber
1994Jugend B männlichGold      Jugend D weiblichSilber
 Jugend C weiblichBronze      Jugend C männlichSilber
1995Jugend B männlichSilber     2010Jugend D männlichBronze
1996Jugend A männlichSilber      Jugend C männlichBronze
1997Jugend A männlichSilber     2011Jugend D männlichBronze
2000Jugend D männlichSilber

Erfolgreichster Nachwuchssportler der 90er Jahre war zweifellos Sebastian Halgasch, der 1998 leider unseren Verein verließ. Sein Trainer Klaus Thiedmann führte ihn 1993 zu seiner ersten Medaille bei Deutschen Jahrgangsmeisterschaften. Damals wurde es die Bronzene über 100 Meter Rücken. Insgesamt war er 6-facher Jugendeuropameister (erkämpfte sich dazu noch eine Silber- und 1 Bronzemedaille) und 14-facher Medaillengewinner bei Deutschen Jugendmeisterschaften (in den Jahren 1993-1997 9× Gold, 2× Silber, 3× Bronze).

Martin Findeis wurde 1998 Jugendeuropameister über 4×100 Freistil. Ben Hoffman erkämpfte sich bei der WM 2000 Bronze (Mannschaft) im Langstreckenschwimmen, EM 2000 Silber (Mannschaft) im Langstreckenschwimmen Europacup 2001 Bronze (Ges.-einzelwert.) Langstreckenschwimmen.

Die erfolgreiche Nachwuchsarbeit im Verein, gestützt durch mehr als 30 Übungsleiter, geführt durch die Abteilungsleitung, sowie die Trainer des angeschlossenen Landesstützpunktes des Sächsischen Schwimmverbandes, wurde in den letzten Jahren mit Medaillengewinnen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften fortgesetzt. Medaillengewinner waren …

Nicole Grille, Martin Findeis, Anne Pomsel, Fred Hustig, Jenny Wachsmuth, Mario Schild, Johanna Sommer, Steven Kiesewetter, Marit Burckhardt, Tim Wallburger, Anja Georgi, Manuel Matthis, Julius Klein, Anne Leuthold, Julia Schnorrbusch, Leonie Kullmann, Joline Wauer, Urs Bludau, Alexander Eich, Lilo Firkert

Die Deutsche Jahrgangsmeisterschaften im Jahre 2003 und 2016 waren mit jeweils 11 Medaillen die Erfolgreichsten seit 1990. Im Jahr 2007 konnte Marit Burckhardt mit JEM-Gold über 4×100 Meter Freistil einen weiteren Glanzpunkt setzen. Ebenfalls mit dabei war sie beim Bronze-Gewinn zu den Deutschen Meisterschaften mit der 4×100 Meter Freistil-Staffel (Besetzung Jenny Wachsmuth, Anja Georgi, Anne Leuthold, Marit Burckhardt).
Alexander Eich ist mit 4x Gold (100 m Rücken, 200 m Rücken, 200 m Lagen, 400 m Lagen) sowie 3x Silber (50 m Kraul, 100 m Kraul, 100 m Schmetterling) und 1x Bronze (200 m Schmetterling) bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften 2016 aktuell der erfolgreichste Nachwuchsathlet.

Gründung der 1. Dresdner Schwimmgemeinschaft

Seit der Saison 2009/2010 gehen die DSC-Sportler gemeinsam mit dem USV TU Dresden unter dem Dach der 1. Dresdner Schwimmgemeinschaft an den Start. Gemeinsame Höhepunkt waren u.a. die Bronze-Platzierungen bei den DMSJ-Wettkämpfen 2010 und 2011. Auch im Masters-Bereich hat sich eine starkes Teilnehmerfeld auch an internationalen Wettkämpfen (Masters-EM, und -WM) gefunden. Allen voran Jenny Wachsmuth, die in den Jahren 2013 und 2014 zu "Dresdens Masters-Sportlerin des Jahres" gewählt wurde. Bei der Masters-WM 2014 war sie mit 3x Gold und 1x Silber der erfolgreichste deutsche Teilnehmer!

Im Nachwuchsbereich konnten mit der Teilnahme an Jugendeuropameisterschaften durch Julia Schnorrbusch 2012 (2x 6. Platz 200m Lagen und 400m Lagen) und Julius Klein 2013 (10. Platz 50m Rücken) gleich zwei Sportler in der Nachwuchs-Nationalmannschaft ihr Können unter Beweis stellen. Gleiches gelang 2013 auch noch Leonie Kullmann (Jg. 99) mit der Qualifikation zu den EYOF-Wettkämpfen (EYOF - European Youth Olympic Games).

 

Diese Chronik wurde erstellt von Dieter Hildebrand, Dieter Leiteritz und Dirk Oehme.
Aktualisiert 07/2013, 03/2015 und 08/2016 von Philipp Wollmann und Dirk Oehme.

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